Leben mit dem Wind

Der Wind bestimmt auf dem Wasser, wann wir den Ankerplatz wechseln und wo es am ruhigsten ist, wann wir das Boot verlassen, ob es warm ist oder ich friere, wann wir einkaufen oder sorgenfrei schlafen können. Können wir die Segel setzen oder wird der Motor laufen? Der Wind hat Einfluss auf die Höhe der Wellen und auf die Manöver der Seevögel die uns begleiten.

Ein wichtiger Aspekt für mich: Reicht der Wind zum Kiten?

Die Wolken zu beobachten und die verschiedenen Geschwindigkeiten der Schichten wird zur abwechslungsreichen und eindrucksvollen Gewohnheit. Ich bekomme die Erfahrung dafür, wann welche Gegenstände gegen das Wegfliegen gesichert werden müssen. Spätestens wenn das erste Handtuch über Bord gegangen ist, wird der Blick diesbezüglich ein anderer.

Die Sonne hat natürlich ebenso ein Wörtchen mit zu reden. Da sowohl Tag als auch Nacht so dicht am Äquator annähernd zwölf Stunden dauern, wache ich mit dem Sonnenaufgang um etwa sechs Uhr morgens auf und um 21 Uhr gehe ich am liebsten ins Bett.

Ich nenne es die karibische Müdigkeit.

Am besten kann ich diese an unseren Gästen beobachten. Dank fünf Stunden Zeitverschiebung stehen diese in den ersten Tagen ihres Urlaubes in der Regel sehr früh auf und gehen (nach meinem jetzigen Empfinden) spät ins Bett. Zum Ende ihres zweiwöchigen Aufenthaltes schleicht sich frühes „Ins-Bett-Gehen“ ein und sogar oft der eine oder andere Mittagsschlaf. Viele unserer Gäste sind von ihrem Schlafbedarf sehr überrascht. Für mich ist das ein Zeichen von Entspannung und Wohlfühlen. Unser Körper nutzt, genießt und braucht die Sonnenstrahlen und genauso die Zeit der Erholung in der Nacht.

Meinen Geburtstag habe ich übrigens mit tollen Gästen und meinem Skipper Pierre ganz wunderbar gefeiert und mir wurde sogar ein Schokoladenkuchen gebacken. So liebe und freundliche Menschen überall auf der Welt.

Ich habe allerdings beschlossen, dass mein Geburtstag länger dauert und nutze meinen Aufenthalt in Guadeloupe (oder Gwada) um die Insel bzw. die Inseln mit einem Mietwagen zu erkunden.

Gwada hat eine Ost- und eine Westinsel. Bergig und grün mit vielen karibischen Stränden im Westen und eher flach mit schroffer Küste im Osten. Ich finde die Einheimischen unheimlich freundlich und trotz häufiger Sprachbarriere sehr hilfsbereit. Ich denke meine Fotos der ersten drei Tage sprechen für Guadeloupe. Ich bin wirklich begeistert und freue mich, dass ich weitere Tage zum Erkunden habe.

Besonderes Highlight nach über zwei Jahren war ich heute endlich wieder Tauchen. Es gibt hier ein Jacques Cousteau Tauchreservat. Ich kann Euch keine Fotos oder Videos teilen, denn dort darf nicht fotografiert oder gefilmt werden. Die Unterwasserwelt, in die ich heute herabsteigen könnte, war aber wunderschön. Ein lebendiges und blühendes, unheimlich vielfältiges Riff. Fische wohin man sich wendet, in alle Farben und Formen. Ich war vorher sehr nervös und bin froh, dass ich den Mut hatte und meine Angst überwunden habe. Morgen folgt noch ein Tauchgang, bevor ich die Insel an Land weiter entdecke.

Ein Gedanke zu “Leben mit dem Wind

  1. Hi meine Süße, derzeit bestimmen hier Sonne, strahlend blauer Himmel und frostige Nächte unsere Tage! Du weisst, wie wichtig mir „Sonnetanken“ ist, so dass ich mich liebend gerne im Garten aufhalte oder lesend im Strandkorb liege – das Leben ist schön! Knutschi!

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