Von Italien ging es nach Südfrankreich in die Nähe von Marseille. Die Fahrt hat etwas über acht Stunden gedauert und war wirklich unheimlich schön. Kurz nach Lucca führte die Autobahn stundenlang an der Mittelmeerküste entlang. Die Berge auf der rechten Seite und links der weite Blicke über das Mittelmeer, sanfte Kurven und viele Tunnel sowie Sonnenschein und gute Gesellschaft neben mir im Fusselgolf. Der Weg war an diesem Tag das Ziel.
Die folgende Woche war angefüllt mit atemraubenden Wanderungen und der Freude am Meer zu sein. Ich habe Austern gegessen und spitzenmäßige thailändische Küche gekostet.








Meine Comfortzone habe ich bei der Wanderung zu zwei Calanques verlassen. Am Tag zuvor eine Bootstour von Cassis aus unternommen, hat es mich gereizt die kleinen, türkisfarbenen Buchten zu Fuß zu erkunden. Die meisten dieser kleinen Bucht sind nicht mit dem Auto, sondern mit einer kleinen Wanderung erreichbar.
Die Wanderung habe ich über die App Komoot aufgezeichnet und könnt Ihr bei Interesse abrufen: Zur Aufzeichnung der Wanderung.
Der Tag fing strahlend an und tatsächlich hätten wir uns für unser Vorhaben kein besseres Wetter wünschen können. Die ersten Blicke über die Landschaft luden dazu ein weiter zu gehen. Irgendwann kam uns ein älterer, weißhaariger Herr entgegen. Er sagte, dass der Weg bald etwas schwierig wird, aber nicht nur für ein kurzes Stück.
„Jugendlich“ übermütig zogen wir weiter und lachten bei den ersten größeren Felsstufen über die Warnung. Bis… wir plötzlich an einer kleinen Felsklippe standen. Im Fels war eine massive Kette zum Festhalten angebracht und es war ein zwei Meter hohe Felswand mit leidlich guten und rutschigen Steinstufen vor uns.
Ich habe übrigens Höhenangst. Ich krabbelte auf allen Vieren zu der Stufe und dachte erst, dass sich ein Weg nach unten mit gutem Willen schon finden wird. Das Problem war leider den ersten Schritt zu machen. Wie so oft im Leben, oder? Meine Begleitung ging somit geduldig vor und wartete dann auf mich, gab Tipps und redete Mut zu. Ich habe eine ganze Weile gebraucht das Hindernis zu überwinden. Es war das Erste einer Reihe von steilen Wegabschnitten und Abhängen, die wir kletternd überwinden mussten. Die Angst wurde weniger und der Stolz größer.
Es war mit Sicherheit eine der schönsten Wanderungen, die ich jemals gemacht habe. Gekrönt von einer sehr französischen Pause mit Baguette, Käse und Schinken sowie einem Bad im Mittelmeer in glasklarem Wasser mit bunten Fischen.
Es macht einfach Spaß seine Grenzen zu finden und sie zu überwinden, neue Fähigkeiten und den eigenen Mut zu entdecken.
