On the Road in Dänemark

Dreizehn Tage mit meinem Campergolf in Dänemark.

Dann ging es los. Der Campergolf war fertig und nach einigen Überlegungen darüber, was mit muss und was Zuhause bleiben kann, fand einen Tag das große Packen statt. Es erforderte ein paar Kniffe, um alles in mein Auto zu bekommen und so zu verstauen, dass es erreichbar ist. Ein Golf hat allerdings ein tolles Fassungsvermögen. Irgendwann war alles an seinem Platz. Schließlich war es auch mein Ziel mich auf das Nötigste zu besinnen.

Auf dem Weg nach Dänemark und meinem ersten Ziel – dem Leuchtturm in Blavand -erfasste mich ein absolut berauschende Gefühl von Freiheit, Glückseligkeit und Zufriedenheit. Ich fühlte mich sehr privilegiert meinen Traum in dieser Art verfolgen zu können. In erster Linie meine ich damit, den Mut für diese Entscheidung gefunden zu haben.

An meinem ersten Abend beim Strandparken in Vejers genoss ich die Aussicht aus meinem Kofferraum auf die Nordsee und die untergehende Sonne. Ich beschloss meine Strecke an den Leuchttürmen der Küste Dänemarks zu orientieren. Außerdem stellte sich heraus, dass eine liebe Freundin ganz in der Nähe war um zu kiten. Das wurde somit mein nächstes Tagesziel: Richtung Hvide Sande zum Kiten.

Später hatte ich noch zweimal die Möglichkeit meinen Mut unter Beweis zu stellen und war ohne bekannte Gesichter kiten. Leider waren beide Sessions unheimlich böig und mehr anstrengend als alles andere. Trotzdem war ich stolz auf mich, weil ich mich getraut habe ohne Freunde aufs Wasser zu gehen. Mit Kitebuddies fühle ich mich aktuell wohler, aber ich denke mit der Zeit werde ich mich daran gewöhnen. Bis jetzt finde ich die Kitesurf-Community unheimlich hilfsbereit und kontaktfreudig.

Ich fuhr von Leuchtturm zu Leuchtturm bis an die Nordspitze Dänemarks nach Skagen.

Am meisten in Erinnerung ist mir geblieben: Vorupor und Lokken. Tolle endlose Dünenlandschaft und die Nordsee zeigt ihre ganze Gewalt und Herrlichkeit. Immer wieder sieht man alte Bunkeranlagen am Strand. Es gibt immer wieder Möglichkeiten mit dem Auto an den Strand zu fahren oder einfach zu spazieren und die Seele baumeln zu lassen in dieser großartigen Endlosigkeit.

In Skagen erwartete mich ein kleiner Schock, denn dort war es furchtbar überlaufen. Nach der Ruhe und Stille der Tage davor, fühlte ich mich davon etwas überfordert. Bereits die Straßen Richtung Norden waren voll. Eigentlich wollte ich ein oder zwei Nächte am Nordzipfel bleiben und auch den einen oder anderen Spaziergang machen. Als der erste Campingplatz mir jedoch erwartungsgemäß die Auskunft gab, dass sie ausgebucht sind, beschloss ich zeitnah eine andere Richtung einzuschlagen. Ich überwand noch meine Abneigung gegen Menschenansammlungen und wollte die Sandzunge, an der sich Nord- und Ostsee treffen, zumindest sehen. Ich wand meinen Blick wieder nordwärts und suchte mir auf einem völlig überfüllten Parkplatz eine Möglichkeit meinen Fusselgolf abzustellen und reihte mich ein in den Besucherstrom der sich zu Fuß und per Trecker-Transport nach Norden bewegte. Was soll ich sagen? Am Ende war es wenig beeindruckend und nimmt wohl deshalb so viel Raum in meinem Bericht ein, weil meine Erwartungen in negativer Weise übertroffen wurden. Ich habe so viel schönere, weniger besuchte und erfüllendere Plätze besucht in meiner Dänemark-Tour.

Im Anschluss ging es an die Ostsee und wieder südwärts.

Mit fiel auf wie unterschiedlich Nord- und Ostsee sind. Landschaftlich natürlich, aber auch ihre Besucher. Ich bin eindeutig ein Kind der Nordsee und dieser rauhen, wettergeformten, veränderlichen Gegend. Den schönsten Campingplatz habe ich allerdings an der Ostsee entdeckt… Wer diesen Geheimtipp möchte, kann mich anschreiben.

Was ist das Fazit dieser dreizehn Tage? Ich bin sehr sehr gerne unterwegs und mit mir selbst. Ich erreiche dann eine Ruhe und Entspannung, die ich in Gesellschaft selten empfinde. Es war ein großartiger erster Start. Ich komme gut zurecht und lerne trotzdem jeden Tag über mich und andere dazu.

Und vor allem: Ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Das ist mein Weg, wo auch immer er mich hinführt.

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